Gemeindeverwaltung
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77830 Bühlertal
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Bühlertal - Gemeinde zwischen Wald und Reben
Ein Blick in die Geschichte
Die Heimathistoriker nehmen mit gutem Grund an, dass das Bühlertal seit der Steinzeit besiedelt war. Es war Heimstatt für Kelten, Römer, Alemannen und Franken. Immerhin scheint der Fund eines Steinzeitbeiles, das sich im Landesmuseum Karlsruhe befindet, eine recht frühe Besiedelung unseres Tales zu belegen.
Nach heutigen Erkenntnissen fand eine urkundliche Ersterwähnung der Gemeinde jedoch erst im Jahre 1301 statt. Die Besiedelung war im 14. Jahrhundert so gut wie abgeschlossen, erlitt aber in den Folgejahrhunderten erhebliche Rückschläge, z. B. durch eine Agrarkrise im 15. Jahrhundert und vor allem durch die blutigen Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges. Erst mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts nahm Bühlertal an Einwohnern zu.
Im Jahr 2001 feierte die Gemeinde mit zahlreichen Aktivitäten, wie Sonderausstellungen, Jubiläumsfest, Umzug und Vorträgen ihr 700-jähriges Bestehen.
Bühlertal heute
Heute zählt die Gemeinde ca. 8.000 Einwohner und verfügt über 1.767 ha Gemarkungsfläche, davon 950 ha Gebirgs- und 40 ha Auenwald. Die Geschehnisse der Gemeindereform ließen Bühlertal unberührt. Die Gemeinde stellt einen selbstständigen Verwaltungsraum dar. Das enge Tal mit seinen vielen Nebentälern und Zinken erstreckt sich längs der Bühlot von der Gemarkungsgrenze Altschweier bis zur Gemarkungsgrenze Baden-Baden. Dabei wird eine Höhendifferenz von 190 m bis 1.000 m überwunden. Verkehrsmäßig ist Bühlertal durch die Landesstraße 83, welche sich zum großen Teil auf der Trasse der früheren Bühlertal-Bahn befindet, an die Rheintal-Autobahn und an die Bundesstraße 3 angebunden. Der Regionalflughafen „Baden-Airport" in Rheinmünster ist in nur 20 Min. von Bühlertal aus erreichbar. Bergwärts bestehen drei klassifizierte Anbindungen an die Schwarzwaldhochstraße (B 500), nämlich über die Kreisstraße K 3753 durch die Liehenbach, die L 83 und die L 83 a, welche über die Omerskopfstraße zur Unterstmatt führt. Seit September 1998 werden in Bühlertal verschiedene Ortsteile mit einer offiziellen Buslinie des Karlsruher Verkehrsverbundes angefahren. Dieser Ortsverkehr ist nicht nur für Schüler eingerichtet, sondern steht der gesamten Bevölkerung zur Verfügung.
Wirtschaftliche Entwicklung
In früheren Jahren war die Gemeinde fast ausschließlich landwirtschaftlich ausgerichtet. Heute gibt es nur noch wenige hauptberufliche Landwirte, allerdings eine große Zahl von Feierabend-Landwirten.
Bedeutungsvoll ist der Weinbau (Spätburgunder, Riesling, Müller-Thurgau und Traminer). Gerade für den Spätburgunder sind unsere Granitverwitterungsböden ausgezeichnet geeignet. In den Jahren 1970-1973 wurde der Grenisberg, der sich von der Seßgasse längs des Liehenbachs bis zur Wintereck hinzieht, einer Flurbereinigung unterzogen. Umgelegt wurden 58 ha zum Teil sehr steilen und damit schwierigen Geländes, wovon 34 ha rebfähig sind.
Im Bereich des Sternenberges wurde ebenfalls eine Flurbereinigung durchgeführt. Insgesamt 12 ha wurden auf der Gemarkung Bühlertal umgelegt, auf der Gemarkung Bühl-Altschweier noch ein größerer Teil.
Abgesehen von einem Eisenhüttenwerk konnte die Industrie hier nur langsam Fuß fassen. Die ersten Betriebe, die sich in Bühlertal niederließen, waren Sägewerke und Zigarrenfabriken.
Daneben verdienten die Bühlertäler ihr Brot als Holzhauer, Steinmetz und Straßenbauarbeiter. Insbesondere die Natursteingewinnung wird immer noch betrieben. Die Gemeinde erfreut sich darüber hinaus eines reichhaltigen Dienstleistungsangebots und hat eine ausreichende Anzahl von Fachgeschäften und Handwerksbetrieben, die sich beim jährlich sattfindenden verkaufsoffenen Sonntag zahlreich präsentieren. Eine hervorragende Gastronomie verwöhnt den Gaumen ihrer Gäste.
Seit den 60er Jahren ist die Firma Bosch in Bühlertal ansässig. Der größte Arbeitgeber am Ort entwickelte sich aus der ehemaligen Engelsmühle, welche 1938 von unserem verstorbenen Ehrenbürger Dipl.-Ing. Otto Mühlschlegel erworben wurde, der unter dem Firmennamen „AVOG" ein feinmechanisches Werk aufbaute. Am Standort Bühlertal befindet sich heute die Leitung des Geschäftsbereiches Electrical Drives einschließlich Entwicklung.
Keine Langeweile im Luftkurort
Mit dem Bühlot-Bad (beheiztes Freibad mit Kinderbadebereich), dem Haus des Gastes mit seinen Veranstaltungen, einem mit schönen Ausblicken verbundenen Wanderwegenetz, zahlreichen Spielplätzen, Grillplatz, Minigolfanlage, Weinlehrpfad, Mountainbike- und Nordic-Walking-Rundwegen sowie dem Heimatmuseum ist für Gäste und Einwohner im Kultur- und Freizeitbereich einiges geboten.
In das Heimatmuseum „Geiserschmiede" investierten freiwillige Helfer über 10.000 Stunden ihrer Freizeit für die Sanierung und Restaurierung. Mit der Restaurierung der letzten Hammerschmiede der Region, ist es gelungen der Nachwelt ein besonderes Kleinod zu erhalten. Zwischenzeitlich wurde aus den Reihen des Helferteams der Förderverein Museum Geiserschmiede Bühlertal gegründet, der nicht nur das ebenfalls zum Museum gehörende Bienenhaus und die Brennhütte saniert hat, sondern auch die Betreuung der Besucher und die laufenden Wartungsarbeiten übernimmt. Im Januar 2000 erfuhr das Helferteam der Geiserschmiede eine unverhoffte Ehrung. Ministerpräsident Erwin Teufel und Innenminister Dr.Thomas Schäuble überreichten Vertretern der engagierten Helfermannschaft die Ehrenmedaille des Landes für herausragendes bürgerschaftliches Engagement. Im Jahr 2002 wurde das Museum Geiserschmiede bei dem im Regierungsbezirk Karlsruhe ausgeschriebenen Wettbewerb „Vorbildliches Heimatmuseum" mit einem von 3 Hauptpreisen bedacht. Es ist ein beliebtes Ausflugsziel.
Daneben bieten über 50 Vereine in kultureller, sportlicher und heimatpflegerischer Hinsicht die verschiedensten Freizeitmöglichkeiten an. Von Musik über Sport, Fastnacht, Brauchtum, soziales Engagement gibt es ein vielfältiges Angebot für alle Altersschichten. Nicht zuletzt das rege Vereinsleben macht es wert in Bühlertal zu wohnen oder hier einen Besuch abzustatten, denkt man nur an den über die Grenzen hinaus bekannten Rosenmontagsumzug oder an die Sportveranstaltungen, Vereinsfeste oder Konzerte der verschiedenen Vereine. Das Sportzentrum am Mittelberg mit dreiteiliger Sporthalle, Stadion mit Rundbahnen sowie Clubhausgaststätte ermöglicht den Sportvereinen sehr gute Trainings- und Wettkampfbedingungen. Schulturnhalle, Schulsportplatz, Schießsportanlage, Tennisanlage, BMX-Anlage, Dojo für Judo und Karate, Skipiste und diverse Langlaufloipen runden das sportliche Angebot ab. Seit 2008 führt der Sportausschuss über die Sommermonate das Sportabzeichen durch, an dem mittlerweile 140 begeisterte Bühlertäler jeden Alters teilnehmen.
Seit dem 7. Juli 1990 ist Bühlertal mit der französischen Gemeinde Faverges partnerschaftlich verbunden. Diese Partnerschaft hat sich sehr gut entwickelt. Sie ist Bestandteil im gemeindlichen Zusammenleben und wird von der Bevölkerung mit Leben gefüllt. Dies zeigen die zahlreichen und gut besuchten Veranstaltungen, bei denen die Partnerschaft gepflegt und ausgebaut wurde. 20 Jahre Partnerschaft wurde 2010 in beiden Gemeinden gefeiert.
Naherholungsgebiet Bühlertal
Seit dem 1. Januar 1972 ist die Gemeinde Bühlertal staatlich anerkannter Erholungsort, daneben wurde dem Gemeindeteil Obertal das Prädikat „Luftkurort" verliehen.
Bis zu den 90er Jahren boomte in Bühlertal der Fremdenverkehr. Zwischenzeitlich ging die Entwicklung Richtung Naherholungsgebiet. Die Besucher genießen die landschaftlichen Reize und das kulinarische Angebot in Bühlertal. Die Bühlertäler Gastronomie verwöhnt ihre Gäste mit kulinarischen Leckereien und identifiziert sich gerne mit dem heimischen Weinbau, was bei den jährlich stattfindenden Weinwochen oder der beliebten Weinmesse bei den Besuchern bestens ankommt.
Landschaftlich reizvoll
Um die Attraktivität und die Qualität der Bühlertäler Landschaft auf Dauer zu erhalten, beschäftigt sich die Gemeindeverwaltung mit Unterstützung des Gemeinderates in den letzten Jahren auch intensiv mit der Landschaftspflege in Bühlertal. Das Landnutzungskonzept erleichtert es der Gemeinde , die einzigartige und landwirtschaftliche Vielfalt Bühlertals durch das gemeinschaftliche Engagement von Landwirten, Bürgern und der Gemeinde zu erhalten. Die Weidetierhaltung hat deshalb in jüngster Zeit an Attraktivität gewonnen. Im Oktober 2000 ist die Gemeinde dem „Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord e. V." beigetreten und erhielt gemeinsam mit der Stadt Bühl im Mai 2003 das Prädikat einer „Portalgemeinde". Nächstes Ziel der Gemeinde ist es, das Gebiet „Engelsberg" in dem vor zwei Jahrzehnten noch viel Wein angebaut wurde, als historischen Weinberg zu aktivieren und für den Tourismus interessant zu machen. Im Jahr 2009 wurde der Förderverein „Engelsberg" gegründet, der nun an dem Konzept arbeitet.
Kindergarten, Schulen, Seniorenzentrum - die soziale Infrastruktur passt
Die Gemeinde hat bis zum Jahr 1995 ein kleines Belegarztkrankenhaus mit 25 Betten unterhalten. Auf Grund des Krankenhausbedarfsplanes musste das Krankenhaus zum 30. September 1995 seine Pforten schließen. Nach dem Umbau des Gebäudes befinden sich in dem ehemaligen Krankenhaus 9 betreute Seniorenwohnungen. In unmittelbarer Nachbarschaft konnte die Gemeinde im Jahre 1996 das Seniorenzentrum seiner Bestimmung übergeben. Die von der Gemeinde erstellte und geführte Einrichtung umfasst 47 Dauer- und Kurzzeitpflegeplätze, 3 Tagespflegeplätze sowie weitere 24 betreute Wohnungen. Auch ein ambulanter Dienst wird angeboten.
Bei der Kinderbetreuung hat sich in den letzten Jahren in Bühlertal ein Wandel vollzogen. Die Gemeinde hat in Zusammenarbeit mit den beiden Kindergartenträgern, den katholischen Pfarreien, einiges unternommen. Die Finanzierung erfolgt zum größten Teil über die Gemeinde. Mittlerweile gibt es eine Kleinkindbetreuung, Mittagstisch sowie Ganztagesbetreuung.
Schulisch ist die Gemeinde in zwei Bezirke aufgeteilt, die Franziska-Höll-Schule für den unteren Ortsteil und die Dr.-Josef-Schofer-Schule für den oberen. Beide führen Grundschulen. In der Dr.-Josef-Schofer-Schule befindet sich eine Hauptschule, die eng mit den Betrieben der Region zusammenarbeitet. Die Schüler erhalten durch gezielte Berufsvorbereitung eine sehr gute Unterstützung bei der Wahl ihrer weiteren Ausbildung, weshalb sich die Eltern im Jahr 2009 auch für den Erhalt der Hauptschule bzw. gegen eine Kooperation mit einer Werkrealschule stark gemacht haben. Daneben haben die Jugendlichen auch in Bühlertal die Möglichkeit die „Mittlere Reife" zu erlangen. Die Franziska-Höll-Schule führt neben der Grundschule noch eine Realschule, die überwiegend von Bühlertäler Schülern, aber auch von Schülern aus der unmittelbaren Nachbarschaft besucht wird. Für Grundschüler gibt es in beiden Schulen eine Randzeitenbetreuung von 7.15 - 13.00 Uhr sowie eine anschließende Hausaufgabenbetreuung bis 14.30 Uhr, in der Dr.-Josef-Schofer-Schule kann eine Betreuung bis 16.00 Uhr in Anspruch genommen weden. Dort wird das Angebot durch ein vollwertiges Mittagessen ergänzt.
In den Sommer- und Herbstferien können die Grundschüler von 7.30 - 13.00 Uhr die Ferienbetreuung besuchen.
In Bühlertal befindet sich auch das Haus „Mecki", welches als heilpädagogische und gestaltungstherapeutische Einrichtung 60 Plätze für junge Menschen bietet.
Leben in Bühlertal - bestens versorgt
Wie bei vielen Vorgebirgsgemeinden im ländlichen Raum bedarf es auch in Bühlertal umfangreicher Investitionen bei der Grundversorgung im Wasser- und Abwasserbereich. Wenn man bedenkt, dass Bühlertal ein gemeindeeigenes Straßennetz (ohne Waldwege) von über 75 km Länge zu betreuen hat, so wird klar, welche Kosten mit dem Wasserleitungs- und Kanalbau verbunden sind. Vieles wurde in den letzten Jahren geleistet, und wird auch noch zu tun sein. Die Gemeinde betreibt eine eigene Wasserversorgung. Daneben ist sie in diesem Bereich auch an den Zweckverband Wasserversorgung Bühl und Umgebung und den Abwasserzweckverband Bühl und Umgebung angeschlossen. Im gesamten Versorgungsbereich von Bühlertal entspricht das Trinkwasser dem Wasserhärtebereich weich: weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat (8,4 Grad Deutsche Härte).
Insgesamt lässt sich feststellen, dass Bühlertal aufgrund seiner Lage, seiner infrastrukturellen Einrichtungen und seines guten Dienstleistungs- und Arbeitsplatzangebotes eine beliebte Wohn- und Naherholungsgemeinde geworden ist.